Zeichen und Wunder… 4-Wochen-Yogalehrer-Intensiv-Ausbildung Pt. 3

Es geht spannend weiter. Unglaublich, was hier alles geschieht! Es geschehen Zeichen und Wunder…

Die dritte Woche steht ganz unter dem Zeichen der Energiearbeit.

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3. Woche, 1. Tag: Samstag, 22.08.2020

Nach dem Essen sollst du ruh´n … oder 1000 Sanskrit-Namen lernen

Der Tagesablauf hier ist vollgepackt mit lauter tollen Sachen. 

Von 6 Uhr bis mindestens 7 Uhr ist der Morgen-Satsang. Danach folgt der erste Vortrag und um 9.45 Uhr geht es weiter mit einer Yogastunde. Um kurz nach 11 Uhr gibt es dann das erste Mal etwas zu essen. Ein überaus leckerer Brunch, der in Buffetform angeboten wird. 

4-Wochen-Yogalehrer-Intensiv-Ausbildung Pt. 3
Essen im Ashram Bad Meinberg
Essen im Ashram Bad Meinberg – sehr, sehr lecker!

Danach bleibt je nach Karma-Yoga mehr oder weniger Zeit für die Mittagspause. Ich hatte ja, wie schon erwähnt, sehr viel Glück mit meinem Job als Türengel. Deshalb fällt meine Mittagspause etwas länger aus, da mein Karma-Yoga jeweils 15 Minuten vor dem Beginn der Unterrichtseinheit abzuleisten ist. 

Meine Mittagspause nutze ich zum einen für eine halbe Stunde Ausruhen. Das verbringe ich schon seit dem ersten Tag mit Kaunis Kuolematon im Ohr. Kaunis Kuolematon passen nicht nur vom Namen her, er bedeutet nämlich „Wunderschöne Unsterblichkeit“, sondern auch von ihrer Art Musik zu machen, perfekt. Ihre Musik erinnert mich immer an das Taijitu. Eine Symbiose zwischen Yin und Yang. Zwischen klarem Gesang und düsterem Grouls. Einfach wunderschön. Wie Yin und Yang eben ist wenn es ausgeglichen ist. 

4-Wochen-Yogalehrer-Intensiv-Ausbildung Pt. 3
Pause mit Kaunis Kuolematon im Ohr
Pause mit Kaunis Kuolematon im Ohr

Die nächste halbe Stunde verbringe ich mit Nachsinnen und Nachdenken über all meine Erfahrungen – und daraus entsteht dieses Tagebuch hier.

Nachdem ich so selbst wieder in Balance bin, lerne ich. Das ist nicht wirklich einfach. So viele Sanskritwörter. Und ich werfe sie alle immer wieder durcheinander. Obwohl ich eher ein Freund des Verstehens bin, stelle ich mir die Frage, ob ich das alles auswendig lernen soll. Wie so oft, bekomme ich prompt die Antwort. In Form einer Geschichte, die uns erzählt wurde.

Es war einmal ein Einsiedler. Der Einsiedler lebte in einem Wald, in dem Papageien von einem Vogalfänger gefangen wurden. Die Papageien taten dem Einsiedler leid. Deshalb ersann er einen Plan: Er bezahlte den Vogelfänger dafür, dass er einen Monat lang keine Papageien fänge und ihm ein Papageienpaar überließe.

Während des ausgehandelten Monats brachte der Einsiedler dem Papageienpaar das Sprechen bei. Er lehrte sie zu sagen: „Fliegt weg, der Vogelfänger kommt!“ Sodann hieß er sie, allen Papageien im Wald diesen Satz beizubringen. Nach einem Monat kam der Vogelfänger wieder. Schon von weitem schallte ihm entgegen „Fliegt weg, der Vogelfänger kommt!“

Doch der Vogelfänger spannte sein Netz auf, und was passierte wohl?

Bald was es gefüllt mit Papageien. Und sie alle riefen „Fliegt weg, der Vogelfänger kommt!“

Ja, hier lernt man wirklich fürs Leben. So viele schöne Geschichten, die uns alle so wertvolle Tipps geben. Deshalb konzentriere ich mich jetzt mehr aufs Verstehen, auf den Sinn dahinter. Wenn dann ein Sanskrit-Wort falsch geschrieben, aber richtig erklärt ist, wird es auch nicht tragisch sein. Und wenn doch, dann habe ich an meinem Hang zum Perfektionismus ein bisschen bearbeitet. 

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3. Woche, 2. Tag: Sonntag, 23.08.2020

“Maha Kālī, come to me”

Dissection (cooler Song übrigens…)

Wow, gestern Abend hatte ich mal ein Mediationserlebnis! Vielleicht sollte ich mir doch das Kālī-Mantra raussuchen und mich weihen lassen…

Maha Kālī kam zu mir

Wir hatten eine wirklich tolle Energiemeditation. Die Energie sollten wir bewusst in verschiedene Bereiche fließen lassen und dort, wo wir sie am besten spüren, beibehalten. Ich habe sie im Herzen am meisten gespürt, genannt Anahata-Chakra. Kein Wunder, kommuniziere ich doch auch immer mit meinem Herzen in der Herzkohärenz. Außerdem wohne ich hier in der Chakra-Pyramide im vierten Stock, genannt nach den Chakren, also im Anahata – Herzchakra – Stockwerk. Was für ein „Zufall“…

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Viertes Stockwerk der Chakrapyramide, die Anahate Ebene
Die Anahata-Ebene, das vierte Stockwerk der Chakrapyramide, mein Domizil während der Ausbildung

So habe ich also, während ich die Energie in meinen Herzbereich gelenkt habe, mich munter mit meinem Herzen unterhalten. Oder eher weniger munter, denn leider hatte ich Besuch von den Masters Of The Galaxy, hatte also meine monatliche schlechte Laune und Niedergeschlagenheit. Und das Gefühl nicht genug zu sein. Nicht gut genug, nicht liebenswert genug. Glücklicherweise befallen mich solcherlei Gefühle tatsächlich nur an diesen wenigen Tagen vor den Tagen. Noch mehr glücklicherweise besitze ich ein gutes Herz. Denn es hat mich in den Arm genommen, getröstet und meine Tränen weggewischt.

So weit, so gut. Dass ich mich auf die Hilfe meines Herzen verlassen kann, das weiß ich. Es ist nämlich dankenswerterweise nicht nur gut, sondern auch überaus zuverlässig. Was aber dann passiert ist, ist der Hammer. 

Davor muss ich aber noch kurz eine Geschichte wiedergeben, die wir morgens im Satsang gehört hatten. Nämlich eine Geschichte über die Göttin Kālī. Zu Kālī habe ich ja bereits eine Verbindung und seit geraumer Zeit teste ich auch aus, was passiert, wenn ich mit ihrem Mantra meditiere. Deshalb habe ich ganz besonders gut die Ohren gespitzt, als ihre Entstehungsgeschichte erzählt wurde.

Es war einmal ein Dämon names Raktabija. Er hatte die besondere Eigenschaft, dass immer, wenn ein Blutstropfen auf die Erde fiel, aus diesem Blut neue Dämonen entstanden. 

Als sich die Menschen nicht mehr zu helfen wussten im Kampf gegen die Dämonen, riefen sie die Götter zu Hilfe.

Und dann kam Kālī. Sie rollte ihre riesige Zunge über die Erde aus. Somit konnte kein Blutstropfen mehr auf die Erde gelangen und kein neuer Dämonenclon mehr entstehen.

Im Anschluss verschlang Kālī mit ihrem großen Mund alle noch verbliebenen Raktabija-Dämonen und so wurde Raktabija vollständig vernichtet.

Als ich so in tiefer Umarmung mit meinem Herzen saß, kam plötzlich Kālī zu mir. Sie kam in ihren wunderschönen blauen Schrecklichkeit in meine Meditation. Und dann hat sie einfach meine Gedanken gefressen. Meine Gedanken nicht genug zu sein, nicht liebenswert zu sein. Sie hat ihre große Zunge herausgestreckt und die Gedanken meines Egos, die ja eigentlich nur Illusion und damit sowieso nicht wirklich sind, geschnappt und heruntergeschluckt. Weg waren sie. Wahnsinn! Wenn ich jetzt all meine Probleme so schnell meditativ lösen kann, dann mache ich auf jeden Fall die Mantra-Weihe!

Ihr mögt mich für verrückt halten. Das denke ich tatsächlich manchmal auch selbst von mir. Aber ich muss sagen, wenn es so schön ist, verrückt zu sein, dann bin ich das gerne. 

Im übrigen beschäftigen sich auch noch andere mit der großen Kālī. Unter anderem Dani Filth von Cradle of Filth bei seinem Side-Projekt Devilment. Oder die Band Dissection, von denen das oben genannte Zitat stammt.

Hier meine TOP 5 der Kālī-Metal-Songs:

4-Wochen-Yogalehrer-Intensiv-Ausbildung Pt. 3
TOP 5 Kali-Metal-Songs
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3. Woche, 3. Tag: Montag, 24.08.2020

Energieerfahrungen

Heute begannen die Kundalini-Tage. Kundalini ist das Yoga der Energie. Ziel ist es, die am unteren Ende der Wirbelsäule angesiedelte Energie zu entfachen. In der Form wie Kundalini hier praktiziert wird, geschieht das vor allem über Atemübungen (Pranayama) und Körperhaltungen (Asanas).

Kundalini ist cool, sehr cool. Während der Meditation am Abend fühlte ich Schwingungen in mir. So ähnlich, wie wenn man Achterbahn fährt, oder wie wenn man den ganzen Tag auf dem Schiff war und immer noch etwas schwindelig ist. Eigentlich ist es wirklich schwer zu beschreiben. Es ist ein wunderbares Gefühl. So kraftvoll. Es fühlt sich an, also ob Energie im Körper fließt, immer im Kreis. Also ob ein Ball im Körper wäre, der sich ganz schnell dreht. Und man kann diesen Kreis sogar steuern. Ich konnte ihn horizontal kreisen lassen, vertikal und in sämtliche Richtungen diagonal. 

Die Energie, die ich spüren durfte war vermutlich Prana. Prana fließt in über 72.000 Energiekanälen, genannt Nadis, durch den ganzen Körper. Darauf basiert auch die traditionelle chinesische Medizin, die bei der Akupunktur die Nadeln genau in eben diese Nadis steckt, um die Energie zu lenken und damit zu heilen. Nur heißt die Energie dort Chi und die Energiekanäle Meridiane.

Ich bin immer noch ganz hin und weg. Es war wirklich unglaublich schön, die Energie zu fühlen.

Immer wieder denke ich, es wird so vieles geben, was mir hier fehlen wird, wenn die Ausbildung zu Ende ist. So überlege ich bei jeder Meditation, vielleicht doch zur Mantraweihe zu gehen. Denn bei so vielen tollen Meditations-Erfahrung wird es ein Leichtes sein, das zu Hause fortzuführen. Da wäre doch so persönliches Mantra echt schön dafür…

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3. Woche, 4. Tag: Dienstag, 25.08.2020

Imperfektionismus

Ich habe es geschafft. Ich habe meinen Perfektionismus abgelegt. Leider nicht freiwillig, sondern nur weil es hier zeitlich nicht anders geht. Bei so einem vollgepackten Zeitplan schaffe ich es nicht, alles ordentlich nachzuarbeiten geschweige denn ausführlich vorzubereiten. 

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Lernen in der Natur
Kurzes Lernen in der Natur

So war heute meine zweite Lehrprobe – eine Yogastunde für blutige Anfänger. Ich hatte mich unter den gegebenen Umständen gut vorbereitet, was weit unter meinem sonstigen Niveau lag. Zumindest konnte ich aber die Gelassenheit der letzten Woche bis kurz vor den Beginn der Prüfung mitnehmen. 

Die Stunde war alles andere als perfekt. Ich war überhaupt nicht zufrieden. Natürlich habe ich bestanden. Der Beobachter, wie die Prüfer hier genannt werden, hatte auch keine schlimmen Fehler festgestellt. Trotzdem muss ich sagen, ich hätte es besser machen können. Wenn ich die Zeit gehabt hätte, mich besser vorzubereiten. Aber genau das ist der Punkt, das ist mein Problem. Der Perfektionismus. Es ist auch gut so wie es jetzt ist. Man muss nicht immer alles perfekt machen.

Auf keine Erfahrung, die ich hier machen durfte, würde ich verzichten wollen, nur um ein mehr an Zeit zu bekommen, um vorzubereiten oder nach zu arbeiten. Alles ist gut so wie es ist. Alles kommt ohnehin so wie es kommen soll. Also wozu perfekt sein? Ich hoffe, ich kann diese Einstellung beibehalten.

Auch wenn ich mit vielem an mir in meiner Lehrprobe nicht so zufrieden war. Meine Tiefenentspannung am Ende muss super gewesen sein – denn ein leichtes Schnarchen verriet, dass mein Beobachter am Ende der Stunde eingeschlafen war…

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3. Woche, 5. Tag: Mittwoch, 26.08.2020

Gleichmut in Erfolg und Misserfolg

Heute bin ich müde, sehr müde. Denn ich hatte noch weniger Schlaf als sonst. Um kurz nach Mitternacht wurde ich plötzlich wach, weil ein blaues Licht durchs Fenster schien. Beziehungsweise hinein blinkte. Durchs offene Fenster hörte ich Stimmen aus Funkgeräten. Das verunsicherte mich doch etwas und veranlasste mich, aufzustehen und hinaus zu sehen. Was ich sah verunsicherte mich noch mehr: Mehrere Feuerwehrfahrzeuge, einen Krankenwagen und diverse Feuerwehrmänner, die herumliefen und in ihre Funkgeräte sprachen.

Der Gebäudekomplex besteht hier aus drei sehr großen mehrstöckigen Häusern. Der Ashram war in seinem früheren Leben nämlich eine Kurklinik gewesen. Gespannt versuchte ich die Informationen aus den Funkgeräten zu belauschen. Was war los? Feuer, Selbstmordversuch, Terroranschlag? Sollte ich schon einmal meine Hab und Gut, dass ich unbedingt retten wollte, packen? Wie immer in solchen Situationen habe ich meiner Intuition vertraut. Und die sagte mir, dass ich ganz beruhigt sein könnte. 

Meine Intuition ist, wie mein Herz auch, sehr zuverlässig. Denn im nächsten Moment war auch schon ein Klatschen zu hören und im gegenüberliegenden Treppenhaus sah man viele Leute nach oben laufen. Schien, als ob es evakuiert gewesen war. Die Feuerwehr fuhr ab und beruhigt bin ich wieder zurück ins Bett.

Nur leider konnte ich nicht mehr einschlafen. Tausend Dinge gingen mir durch den Kopf. Wichtige und unwichtige, wie etwa der Gedanken, ob ich wohl erfahren würde, was gewesen war. 

Denn heute ist Mittwoch und damit wieder gemäßigter Schweigetag, und zwar den ganzen Tag. Also kein Sprechen außerhalb des Unterrichts. Auch nicht im Unterricht über Themen, die nicht den Unterricht betreffen. Da ich ein ziemlich gehorsamer Mensch bin und mich an (sinnvolle) Regeln halte, schweige ich natürlich. Ohnehin finde ich ja neuerdings Schweigen sehr angenehm. Außerdem bin ich der festen Überzeugung, dass Informationen, die für einen bestimmt sind, auch zu einem gelangen. Auf welchem Weg auch immer. 

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Schweigeschilder
Schweigetag

So war es dann auch. Heute morgen im Satsang hörten wir wieder eine wunderschöne Geschichte. Über Männer, die immer gelacht haben. Ich persönlich finde ja Lachen richtig toll. Mir wurde tatsächlich auch mal vorgeworfen ich würde zu viel lachen. Als ob das ginge, zu viel lachen! Wie dem auch sei. In Bezug auf die Geschichte meinte unser Dozent, man sollte immer und über alles lachen, alles mit Humor nehmen. Und in einem Nebensatz fügte er leise verschmitzt hinzu, „auch wenn man selbst der Auslöser für einen Feueralarm ist“.

4-Wochen-Yogalehrer-Intensiv-Ausbildung Pt. 3
OSHO Transformationskartenbox
Die Geschichte vom Lachen und noch viele Geschichten mehr sind in der OSHO Transformationskartenbox * zu finden

Aha! Da war die Information, die ich mir gewünscht hatte. Die nächtliche Light-Show war wohl auch den anderen nicht verborgen geblieben und ganz im Sinne der gerade gehörten Geschichte brach der ganze Saal in Lachen aus. Mir tat unser Dozent schon fast leid. Aber er lachte sein glucksendes Lachen (er lachte wirklich oft im Unterricht und auch gerne über sich selbst – sehr symphatisch!) und fand es urkomisch.

Unser Dozent wollte sich eine Wärmflasche machen und durch den Dampf des Wasserkochers wurde automatisch der Feueralarm ausgelöst. Die Bad Meinberger Feuerwehr rückte an und wollte den Brand löschen, aber es brannte ja gar nichts…

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Warnung vor dem Feueralarm
Warnung vor dem Feueralarm

Eigentlich soll man am Schweigetag nicht so aus sich herausgehen und die Energien in sich behalten. Aber durch die geballte Ladung Lachen, die dann ausgebrochen ist, hat bestimmt jeder wieder mindestens so viel Energie aufgenommen, wie er abgegeben hat. Außerdem hat man in so einer Situation allen Grund aus ganzen Herzen zu lachen. Denn was ist schöner, als ein nicht eingetretenes Unglück!

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3. Woche, 6. Tag: Donnerstag, 27.08.2020

Donnerstag = Fastentag

Heute ist Donnerstag und damit Fastentag. Mein letztes Essen war gestern Abend um 18:30 Uhr und das nächste Essen wird erst morgen Vormittag um 11 Uhr sein. Gegen 11 Uhr gibt es hier immer einen Brunch und gegen 18 Uhr ein warmes Abendessen. Das Essen ist ausgesprochen lecker. Viel Gemüse, viel Salat und Gerichte mit Hülsenfrüchten in unterschiedlichsten Variationen. Ich bin jetzt schon traurig, wenn ich mich daheim wieder mit einer kleineren Auswahl begnügen muss. 

4-Wochen-Yogalehrer-Intensiv-Ausbildung Pt. 3
Speiseplan
Erst morgen gibt es wieder etwas zu essen…

Heute ist also Fastentag und ich habe Hunger. Den ganzen Tag schon. Aber ich bin tapfer und halte durch. Ich hoffe wirklich, dass das Fasten sich so auswirkt, dass ich hier neben vielen alten, nicht mehr zu gebrauchenden Gewohnheiten auch ein paar Kilos lasse.

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Tee statt Essen
Statt Essen gibt es Tee

Ich verzichte nicht nur auf das Essen. Während meiner gesamten Ausbildung habe ich mir verboten, die sozialen Medien zu benutzen. Mein Handy ist im Flugmodus und wird nur in ganz seltenen Fällen benutzt. Aufs Handy komplett verzichten kann ich nicht, denn ich muss ab und zu mal etwas fotografieren oder brauche meinen Wecker. Zudem will ich ein- oder zweimal pro Woche wenigstens kurzen Kontakt zu meine Liebsten aufnehmen.

So grundsätzlich muss ich aber sagen, es ist unglaublich befreiend ohne Handy zu sein. Es ist schön, nicht erreichbar zu sein und zu wissen, dass die Welt sich trotzdem weiterdreht. Und es ist schön nicht zu wissen, was in der Welt vorgeht (zumindest eine Zeit lang). Denn daraus resultiert, dass man gänzlich frei von Sorgen ist. Zumindest was die weltlichen Sorgen angeht. Auf Dauer ist das wahrscheinlich kein Zustand, denn man kann die Augen nicht vor allem verschließen. Aber im Moment bin ich absolut zufrieden mit meiner Situation.

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3. Woche, 7. Tag: Freitag, 28.08.2020

Demut

Wie ich bereits in den letzten zwei Wochen erwähnt habe, ist Freitags immer Verabschiedungstag. Diejenigen, die die Ausbildung nicht am Stück machen, fahren nach Hause und neue Schüler kommen. Da die Neuen erst am Abend vollständig angereist sind, ist haben wir nach der Abschiedsrunde am Morgen den Tag bis zum Abendsatsang zur freien Verfügung.

Zeit zu Lernen, für die eigene Yogapraxis oder für sonstige Aktivitäten. Nachdem ich gehört hatte, dass das Angebot „Reden mit Bäumen“ so inspirierend wäre, dachte ich, ich schaue auch mal, ob ein Baum mir etwas zu sagen hat. 

Das war keine so wirklich gute Idee. Wobei, genauer betrachtet, notwendig für mich und meine Gedankenwelt. 

So trafen wir uns fröhlich am Mittag mit der Shamanin, die das Angebot leitete. Wir betraten ehrfürchtig das Silvaticum und nachdem wir auf einer Wiese darum baten, mit der Natur sprechen zu dürfen, suchte sich jeder seinen Baum. Intuitiv sollte man das tun. Dem Baum demütig begegnen und lauschen, was er zu sagen hatte. In Worten, in Bilder oder auf sonstige Weise. 

„Bäume sind Heiligtümer. Wer mit ihnen zu sprechen, wer ihnen zuzuhören weiß, der erfährt die Wahrheit.“

Hermann Hesse

Und tatsächlich… Ursprünglich wollte ich mich umdrehen und losgehen, aber irgendetwas zog mich dann genau in die entgegengesetzte Richtung. Ich wollte mir eine Birke suchen, weil das mein Lieblingsbaum ist, aber es war weit und breit keine zu sehen. Außerdem erkannte ich, dass nicht ich den Baum aussuchte, sondern der Baum mich. So stand ich dann vor „meinem“ Baum.

4-Wochen-Yogalehrer-Intensiv-Ausbildung Pt. 3
Der Baum
„Mein“ Baum

Unter „mit Bäumen sprechen“ stellt sich ja ein jeder vor, dass man da steht und den Stamm umarmt. Irgendwie fand ich das aber überhaupt nicht passend und sehr übergriffig für den Baum. Deshalb bin ich vor seinem Stamm niedergekniet und habe mit meinen Händen das Moos an seinen Ausläufern berührt. Demütig vor Mutter Natur kniete ich vor dem Baum, begrüßte ihn und fragte, ob er mir etwas zu sagen hätte. Er war sehr lieb zu mir, der Baum. Sofort durchströmte mich ein nie gekanntes Gefühl von Geborgenheit. Es fühlte sich fast so an, als ob er mich mir seinen Zweigen streicheln würde. Wunderschön.

Aber dann sprach er tatsächlich zu mir. Die Geschichte, die er mir erzählte, war jedoch überhaupt nicht schön. Ich sah eine Schlacht, ich sah wie ein Germane einem Römer das Schwert in die Brust rammte. Und ich kenne beide Krieger aus meinem jetzigen Leben…

So war ich den Rest des Tages ziemlich durcheinander. Konnte es sein, dass wir alle dort schon einmal gelebt haben? Was habe ich damit zu tun? Soll es die übertragene Darstellung einer aktuellen Situation sein? Oder ein Hinweis auf irgendetwas? Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft? Wer weiß das schon. Wieder einmal muss ich mich in Geduld üben, um weitere Erkenntnisse zu bekommen. Geduld… das ist ja so gar nicht meins.

Und wenn ihr jetzt denkt, ich bin total durchgeknallt, dann kann ich euch nur recht geben. Hätte ich es nicht selbst erlebt, würde ich es auch nicht glauben.

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Ihr wollt wissen, wie es weiter geht? STAY TUNED!

Nächste Woche gibt es den vierten und letzten Teil. Namasté

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2 Kommentare zu „Zeichen und Wunder… 4-Wochen-Yogalehrer-Intensiv-Ausbildung Pt. 3

  1. Wow, es ist ein ums andere Mal ein totales Erlebnis an Deinen Erfahrungen teilhaben zu dürfen. An dieser Stelle ein ganz grosses Dankeschön, dass Du so offen auf Deinem Blog darüber berichtest!

    Das mit Auswendiglernen vs. Verstehen kenne ich ebenfalls und da ich mich immer als „faul“ bezeichne (verhindert unnötige Diskussionen), hab ich mich fürs Verstehen entschieden, das geht einfacher und ist vor allem nachhaltiger. Und hat mich auch einfacher durch jegliche Lernsituationen gebracht.
    Du hast völlig recht, lieber falsch geschrieben dafür richtig erklärt!

    Über Deine Begegnung mit Kali zu lesen, war ebenfalls total spannend und ich staune immer in welchen Facetten sie sich zeigt! Herzensdank dafür!

    Puh, das mit dem Fastentag wäre eine riesige Challenge für mich. Ich ohne Essen – diese Kombo gibts nur in zwei Fällen: wenn ich wirklich krank bin oder wenn ich komplett am Ende bin. Ich wüsste nicht, ob ich das durchstehen würde. Respekt dafür!

    Ich bin gespannt auf Teil 4 und Deine weiteren Gedanken!

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